Ich kann doch nicht schweigen, doch nicht ohne Zeile den guten Jacobi zu Ihnen reisen lassen, wenn Sie gleich nichts auf mein Letztes erwiderten, ich denke, Sie sind gebunden. Es fehlt Ihnen weder an Lust, noch an Dinte oder Feder oder Papier zum Schreiben, sondern an den Fingern1). Sie sagen, „das Wollen habe ich wohl, aber die Finger, das Vollbringen fehlt mir.“ Denn dass Sie mir böse sein sollten, kann und könnte ich Ihnen kaum glauben, wenn Sie es mir durch einen Extra-Boten sagen ließen. Ich hätte es wohl verdient, aber Sie begnadigen mich wie der Heiland, ohne mein Verdienst, mit Ihrer Liebe und Geduld, Sie haben's von Ihm gelernt. Mein Wunsch und Flehen ist daher, dass der HErr Ihre Finger bald auftauen lasse, Ihnen bald wieder so viel Kraft und Gesundheit schenke, dass Sie sich wieder äußern können. Ich hoffe doch, Sie werden uns hier durch irgend eine Gelegenheit sagen und wissen lassen, wie Sie sich befinden, denn jetzt beruht all unser Wissen von Ihnen auf Vermutungen. Und Sie wissen, diese machen nicht selig und nicht ruhig Gewissheit will das Herz. Ebenso teilnehmend verlangt uns zu hören, wie es den lieben Ihrigen geht die ich recht herzlich zu grüßen bitte. Jac. wird Ihnen auch erzählen, dass ich hier getan habe, was Sie und tausend Andere immer wünschten, und dass es ausfiel - bisher wie ich's immer ahnte und fürchtete. Gnade und Friede sei mit Ihnen!
Ihr Gossner.